Wir haben heute am 14. Dezember 2008 das Bochumer Graffiti zu Erinnerung an sieben ermordete AntifaschistInnen der letzten Jahre fertig gestellt.
Mit der Parole „In unseren Träumen und Kämpfen leben sie weiter“ und „Kein Vergeben, kein Vergessen“ gedachten wir, stellvertretend für alle in den letzten Jahren ermordeten AntifaschistInnen, an:

Davide Cesare – aka „Dax“(26 Jahre alt), erstochen am 16. März 2003 von Faschisten in Milano,

Thomas Schulz – aka „Schmuddel“ (31 Jahre alt), ermordet am 28. März 2005 von einem Nazi-Skinhead in Dortmund,

Timur Kacharava ( 20 Jahre alt), ermordet am 13. November 2005 von einer Gruppe russischer Nazis in St. Peterburg ,

Renato Biagetti – aka „Renoize“(26 Jahre alt), erstochen am 28. August 2006 von Faschisten in Roma ,

Carlo Palomino – aka „Pollo“(16 Jahre alt), erstochen am 11.November 2007 von einem spanischen Falangisten in Madrid,

Jan Kucera (18 Jahre alt), erstochen am 18. Januar 2008 im tschechischen Příbram von einem Nazi-Skinhead,

Fjedor „Fidei“ Filatov (27 Jahre), erstochen am 10. Oktober 2008 von vier russischen Nazis in Moskau

Wir haben die sieben Jugendlichen deshalb ausgewählt, weil wir glauben, dass sie stellvertretend für die europäischen Jugendlichen stehen, die sich gegen den wieder erstarkenden Faschismus und den Rassismus zur Wehr setzen. Auf Grund ihres Widerspruchs und Widerstands sind sie Opfer faschistischer Gewalt geworden.
Was wir über sie erfahren konnten, weist weiter darauf hin, dass sich ihr Widerspruch/Widerstand auch auf die kapitalistische Normalität bezog. Und sie deshalb den Ordnungskräften, der Justiz, der offiziellen Politik und Presse der jeweiligen Länder als oppositionelle Störenfriede galten. Ein Fakt der deutlich in der mangelnden polizeilichen, juristischen und medialen Aufarbeitung, dem mangelnden Interesse der Parteien und Institutionen und der fehlenden Empathie für sie zum Tragen gekommen ist, bzw. kommt.
Dies wird z. B. deutlich am Fall des Dortmunder Antifaschisten Thomas Schulz, aka Schmuddel. Bis heute verweigert die Stadt die Anbringung einer Gedenkplakette an der U-Bahn Station, wo er hinterhältig ermordet wurde.
Ungestört hingegen können die Nazis das Ansehen Thomas Schulz in aller Öffentlichkeit durch den Dreck ziehen. LINK ( http://www.nadir.org/nadir/initiativ/azzoncao/schmuddel.html)

Wir sind der Meinung, dass jeder Einzelne von Ihnen „einer von uns“ – „uno di noi“ war .
Einer von uns europäischen Jugendlichen, die weder an die künstlichen Konstrukte wie Nation, Rasse, Ländergrenzen, etc.p.p. glauben, noch sich einen Scheißdreck für deren längst überfällige „Existenz“ interessieren.
Einer von uns europäischen Jugendlichen, die sich ein besseres Leben jenseits von kapitalistischern Ausbeutung und Vereinsamung vorstellen können und dafür kämpfen wollen.
Sie waren „uno di noi“. Und wir werden sie nicht vergessen.
Um das Andenken an Sie zu bewahren und aktiv an Sie zu erinnern haben wir das Graffity gestaltet.
Und, wie die Parole des Graffitys sagt: In unseren Träumen von gesellschaftlicher Veränderung und in unseren Kämpfen diese zu erreichen werden Dax, Schmuddel, Renato, Pollo, Jan, Fjedor und Timur, sowie alle anderen Opfer des Faschismus und des Rassismus weiter leben.

Dax, Schmuddel, Renato, Pollo, Jan, Fjedor und Timur – Presente!!!

Think global – act local!
United we stand – divided we fall!



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