Interview mit GenossInnen der CAdM / Coordinatora Antifascista de Madrid, La Plataforma und Jugendlichen aus dem Stadtteil Vallekas am 12.4.2009.

(Wir weisen darauf hin, dass wegen der Übersetzung das gesprochene Wort etwas „eingedeutscht“ wurde. Also Begriffe und Ausdrücke umgangssprachlich niedergeschrieben wurden. Der Vereinfachung wegen haben wir die einzelnen Wortbeiträge alle unter CAdM laufen lassen. Da wir, die InterviewerInnen wie auch die Interviewten, auf unsere mangelhaften Englischkenntnisse angewiesen waren, hoffen wir, dass der Inhalt möglichst genau vermittelt wird.)

CAdM: Wir möchten ein paar Anmerkungen zu dem gerade geführten Interview mit Mavi machen. Als Mavi im Hospital war und nicht wußte, wo ihr Sohn war, wurde er außerhalb der Metrostation medizinisch versorgt. Die Rettungskräfte kamen und bauten eine ambulante Krankenstation auf. Hier wurden Carlos und Alex hingebracht. Carlos war so schwer verletzt, dass der Notdienst sich nicht traute ihn zu transportieren, deshalb bauten sie schnell dieses Zelt auf und versuchten ihn wieder zu beleben.

Unter uns war ein großes Durcheinander. Die einen eilten zu der Nazidemonstration, die anderen blieben bei der ärztlichen Notmaßnahme, um mit zu bekommen wie es den Verletzten ging.

Diejenigen von uns, die versuchten über die Brücke nach Usera zu der Nazidemonstration zu kommen, wurden sehr hart von den Antidisturbios angegriffen. Sie schlugen zum Teil mit ihren Gewehrkolben auf unsere Köpfe. Einer wurde so getroffen, dass er zusammenbrach und sich am Boden mit Spastiken wand. Die Polizei verhinderte das die gerufene Ambulanz ihn versorgen konnte. Gleichzeitig ließen sie zu, dass Nazis den am Boden liegenden, blutenden und sich in Spastiken windenden Genossen fotografierten und sich über diesen lustig machten. Erst nach einer halben Stunde konnte die Ambulanz ihn versorgen. Er ist dann nach einer Kurzversorgung durch die Ambulanz von der Polizei inhaftiert worden. Ebenso die Beiden, die versuchten sich um ihn zu kümmern, als er am Boden lag. Sie wurden inhaftiert und bekamen Anzeigen wegen Beteiligung an Zerstörung oder Ähnlichem. Dies als Beispiel, wie die Polizei die Faschisten beschützt und die Antifaschisten attackiert. Das sie nicht einmal eine Ambulanz zur Versorgung eines Schwerverletzten durchläßt.

Torres, dem Verletzten geht es bis heute sehr schlecht. Die Kopfverletzung war sehr stark und er verliert immer wieder seine Erinnerungen. Er bekommt Medikamente und ist in einer Therapie. Er ist nicht in der Lage ein normales Leben zu führen.

Eine weitere Anmerkung, die wir machen möchten, ist das die Vorgänge in der Metro durch die Videokameras in den Waggons und der Metrostation aufgezeichnet sind. Die Videos sind bei der Staatsanwaltschaft. Der Anwalt von Mavi und einige von uns konnten die Aufnahmen ansehen. In den Massenmedien wird behauptet es sei ein Kampf zwischen Banden gewesen. Natürlich war es das nicht. Wir wissen es. Mit diesen Videos wird das Gegenteil dieser Behauptung bewiesen.

Die Massenmedien aber wollen dieses Bild von Banden von uns zeichnen. So zeigen wir über unsere Demonstrationen und die monatlichen Kranzniederlegungen, usw. der Öffentlichkeit, dass das Bild, dass die Massenmedien von uns als Extremisten zeichnen, nicht stimmt. Ein Bild, das auch immer unterstrichen wird, dass der Staat unsere Demonstrationen von viel Polizei und Spezialeinheiten bewachen lässt.



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